Matthäus-Passion: Brahms-Chor glänzt in St. Agatha
11 Apr
DORSTEN Die Matthäus-Passion ist vielleicht nicht Bachs größtes, sicher aber sein umfangreichstes Werk. Zusammen mit der Johannes-Passion ist sie eines der beiden vollständig erhaltenen Passionswerke des großen Komponisten. Von Werner Wenig
Am vergangenen Sonntagabend wurde sie vom Dorstener Brahms-Chor unter der Leitung von Alfred Schulze- Aulenkamp zusammen mit dem Overbacher Kammerchor unter Martin te Laak, dem Gelsenkirchener Kinderchor, dem Barockorchester L’Arco aus Hannover sowie den Solisten Helen van Almsick, Sopran, Marion Thienel, Alt, Markus Francke, Tenor, sowie Vinzenz Haab und Christoph Scheeben, beide Bass, in der St. Agatha-Kirche in der Fassung von 1763 aufgeführt.
Es ist dies eine von Bach selbst bearbeitete Fassung für zwei Chöre, Gesangsstimmen und Instrumenten. Bach selbst hatte die beiden Chöre räumlich getrennt vorgesehen, in St. Agatha wurden allerdings die beiden Ensembles nebeneinander als Doppelchor aufgestellt, was dem Klanggenuss jedoch keinen Abbruch tat.
Wechselspiel der Stimmen
Auch diesmal war der Auftritt des Brahms-Chores ein gewaltiges musikalisches Erlebnis. Die gesamte oratorische Passion ist ein Dialog zwischen den Solisten und den beiden Chören, unterstützt durch das Orchester. Es ist ein Wechsel- und Zusammenspiel der Solostimmen, der Klangfülle der Chöre und der Instrumentalmusik.
Die Arien, stets eine oder beiden der Chöre zugeordnet, setzen den der Passion zugrunde liegenden 26. und 27. Kapiteln des Matthäus-Evangeliums in der Übersetzung Martin Luthers in unterschiedlichen Dialogen um. Geschrieben ist die Passion für dreizehn Solostimmen, die von fünf Sängern bewältigt werden mussten.
Viele Höhepunkte
Dabei glänzten besonders die Sopransitin Helen van Almsick, der Tenor Markus Francke und der Bassist Vinzenz Haab. Die Matthäus-Passion hat viele Höhepunkte, darunter den Choral am Ende des ersten Teils: „O Mensch, bewein dein Sünde groß... Dass er für uns geopfert würde, trug unsere Sünden schwere Bürd wohl an dem Kreuze lange.“Es gipfelt in dem Choral: „O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zu Spott gebunden mit einer Dornenkron.“ Es war wie immer ein Erlebnis, den Brahms-Chor in der St. Agatha Kirche zu hören.
Quelle: http://www.dorstenerzeitung.de/lokales/dorsten/Brahms-Chor-glaenzt-in-St-Agatha;art914,1249960